MVV: Starke Geschäftsentwicklung mit Kurs #klimapositiv

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Außergewöhnliche Entwicklung in der Vermarktung erneuerbarer Energien und im
Handel wirkt sich auch im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2023 positiv aus –
Erste #klimapositive Anlage von MVV realisiert
„Unsere starke Geschäftsentwicklung aus dem ersten Halbjahr hat sich auch im dritten
Quartal des laufenden Geschäftsjahres fortgesetzt“, erklärte Dr. Georg Müller,
Vorstandsvorsitzender des Mannheimer Energieunternehmens MVV Energie AG (ISIN:
DE000A0H52F5; WKN: A0H52F), anlässlich der Veröffentlichung der Zahlen für die
ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2023. Zwischen 1. Oktober 2022 und 30. Juni
2023 konnte MVV in einem herausfordernden Umfeld sowohl ihren Umsatz als auch ihr
Ergebnis deutlich verbessern.
Die bereinigten Umsatzerlöse von MVV bewegten sich in der Berichtsperiode mit rund 5,8
Milliarden Euro um 59 Prozent über dem Vorjahr (3,7 Milliarden Euro). Die Erhöhung ist
hauptsächlich auf die Großhandelspreise für Strom und Gas zurückzuführen, die
gegenüber der Vorjahresperiode angestiegen waren. Außerdem sorgte das
Projektentwicklungsgeschäft im Bereich erneuerbarer Energien für Umsatzzuwächse.
Die Ergebnisentwicklung von MVV wurde von allen operativen Segmenten getragen. So
lag das operative Ergebnis ohne Veräußerungserlöse mit 710 Millionen Euro deutlich über
dem vergleichbaren Vorjahresniveau (265 Millionen Euro). Wie schon zum Halbjahr hatte
sich insbesondere das Geschäftsfeld Commodities, also die Aktivitäten bei der
Vermarktung erneuerbarer Energien und der Handel, außergewöhnlich gut entwickelt.
Hier profitierte MVV von einem guten Portfolio aus Solar und Wind bei einem gleichzeitig
konservativem Risikomanagement. Mit diesen zusätzlichen Mengen sowie der Nutzung
von Preisvolatilitäten konnten erneut erhebliche Mehrerlöse erwirtschaftet werden.
Gleichzeitig wirkte sich der konventionelle Energiehandel im Rahmen der
Portfoliobewirtschaftung positiv aus.
Das Projektentwicklungsgeschäft im Bereich erneuerbarer Energien bestätigte den guten
Jahresbeginn. Neben zwei großen Solarprojekten in den USA realisiert die MVV-
Tochtergesellschaft Juwi aktuell einen Solarpark in Japan. Zudem verkaufte sie die
Rechte an einem Windpark in Südafrika. Allein dort hat Juwi inzwischen eine
Projektpipeline von 400 Megawatt aufgebaut. In Deutschland plant Juwi derzeit außerdem
den Bau des größten Windparks in Nordrhein-Westfalen. Ab Ende 2028 soll er mit einer
Leistung von über 260 Megawatt mehr als 150.000 Haushalte mit grünem Strom
versorgen. Außerdem unterstützt das Unternehmen Anlagenbetreiber dabei, im Rahmen
von Revamping bestehende, ältere Anlagen zu optimieren und so die Leistungsfähigkeit
von Bestandsparks wieder anzuheben. Auch die Vermarktung grüner Strommengen über
langfristige Lieferverträge, sogenannte Power Purchase Agreements (PPAs), stärkt MVV
weiter.
In der Erzeugung hatte darüber hinaus die Nicht-Verfügbarkeit bei einem
Beteiligungsunternehmen geringere finanzielle Auswirkungen als im Vorjahr. Zudem
wurde eine zuvor geplante Anlagenrevision verschoben, was zu zusätzlichen Ergebnissen
führte. „Dieser positive Ergebniseffekt wird sich beim Nachholen der Revision im weiteren
Jahresverlauf allerdings umkehren”, so Dr. Müller.
Prognose für das Geschäftsjahr 2023 bestätigt
Auf Basis der bisherigen Ergebnisentwicklung und der Erwartungen für das vierte Quartal
des laufenden Geschäftsjahres bestätigte MVV die Ergebnisprognose für das
Geschäftsjahr 2023. Diese hatte das Unternehmen im Rahmen ihrer Berichterstattung
zum ersten Halbjahr angehoben. Dr. Müller: „Aus operativer Sicht gehen wir unverändert
davon aus, dass das Adjusted EBIT ohne Veräußerungsgewinne zwischen 650 und 720
Millionen Euro liegen wird. Bei einer weiteren Stabilisierung der Energiemärkte und ohne
Einbußen durch Konjunktureffekte sehen wir sogar Chancen, ein operatives Ergebnis zu
erwirtschaften, das über der prognostizierten Bandbreite liegt.“
Politischer Rahmen für Zukunft der Gasnetze notwendig
Mit Blick auf die Zukunft des klimafreundlichen Heizens in Deutschland und die damit
zusammenhängende Debatte konstatierte der MVV-Chef, dass zukünftig die Fernwärme
erste Wahl für die klimaneutrale Wärmeversorgung in Ballungsräumen sein wird. Dafür
sollen bis 2030 im bundesweiten Durchschnitt mindestens 50 Prozent der Fernwärme
klimaneutral erzeugt werden. „Bei MVV werden wir in Mannheim und der Region sowie in
Offenbach dann schon weiter sein: Bis 2030 werden wir dort 100 Prozent Grüne Wärme
liefern, in Kiel bis spätestens 2035“, erläuterte Dr. Müller und unterstrich außerdem:
„Damit die Jahrhunderaufgabe Wärmewende gelingt, muss die Infrastruktur ebenfalls
vollständig auf grüne Energie umgebaut werden. Das betrifft auch die Transformation der
Gasverteilnetze. Diese müssen bis zur vollständigen Dekarbonisierung der
Wärmeversorgung entweder auf grüne Gase umgestellt oder stillgelegt werden.“
Wenngleich die Zeit bis zur notwendigen Umsetzung dränge, fehle für beide
Zukunftsoptionen jedoch bis dato ein passgenauer politischer Rahmen.
Wie dieser ausgestaltet sein sollte, hat MVV in ihrer aktuellen Studie „Zukunft der
Gasnetze“ beschrieben. Diese ist im Internet unter mvv.de/gasnetzstudie abrufbar.
Die aktuell laufenden Gesetzgebungsverfahren bieten laut dem MVV-
Vorstandsvorsitzenden die Chance, das Gesetz zur kommunalen Wärmeplanung und die
Novelle des Gebäudeenergiegesetzes für eine erfolgreiche Wärmewende sinnvoll
miteinander zu verzahnen. Ferner bestehe dringender, substanzieller Reformbedarf
insbesondere im Energiewirtschaftsgesetz, im Konzessionsrecht und in der
Anreizregulierungsverordnung. Dr. Müller: „Am Ende müssen wir so zu einem Regelwerk
kommen, das eine Antwort auf das Spannungsverhältnis zwischen Investitionssicherheit
auf der einen und der Offenheit für möglichst viele Arten der klimaneutralen
Wärmeversorgung auf der anderen Seite gibt.“ Darüber hinaus brauche es auch
Menschen, die die Wärmewende technisch umsetzen. Dafür sei eine breit angelegte
Ausbildungs- und Fachkräfteoffensive notwendig. MVV engagiere sich in diesem Bereich
seit vielen Jahren mit einer weithin anerkannten, hochqualifizierten Ausbildung und werde
diese Initiative weiter ausbauen.
Erste #klimapositive Anlage von MVV realisiert
„Statt auf politische Weichenstellungen oder Anschubfinanzierungen zu warten, handeln
wir mit unserem #klimapositiv-Kurs bereits“, hob der MVV-Chef hervor. Das betreffe die
Wärmewende ebenso wie die Stromwende und die Kundenlösungen von MVV.
Gemeinsam bilden sie die Grundpfeiler des Mannheimer Modells von MVV und
beschreiben damit den Weg, wie das Energieunternehmen ab spätestens 2040
#klimapositiv wird. „Dafür werden wir unsere Emissionen nicht nur reduzieren, wir werden
CO 2 der Atmosphäre auch aktiv entziehen und dauerhaft binden, nutzen oder speichern“,
kündigte der Vorstandsvorsitzende an und erklärte weiter: „Der Schlüssel für unsere
#klimapositive Zukunft sind unsere Biomasse- sowie Abfallbehandlungsanlagen.“
In Dresden ist daraus bereits Gegenwart geworden: An der dortigen
Bioabfallvergärungsanlage hat MVV erstmals die Speicherung von abgeschiedenem und
verflüssigtem CO 2 realisiert. Das Treibhausgas wird im Betonrecycling eingesetzt und
durch die Einspeicherung in Abbruchbeton dauerhaft der Atmosphäre entzogen. In
Mannheim arbeitet MVV außerdem an einem Pilotprojekt, mit dem CO 2 aus dem
Rauchgas ihrer Abfallverwertung und ihres Biomassekraftwerks abgeschieden und
genutzt werden soll.

Die vollständige Quartalsmitteilung finden Sie im Internet unter mvv.de/investoren.